Juni

Die Waldtracht hat begonnen

Im April und Mai haben sich die Rindenläuse auf Tanne und Fichte sehr gut vermehrt. In den tieferen Lagen (<500 m) hat vielerorts bereits Ende Mai die Waldtracht eingesetzt. In den höheren Lagen (>700 m) wird sie auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Auch dort machen die Geflügelten von Cinara pilicornis, Cinara piceae und Cinara confinis seit Ende Mai ihren Ausbreitungsflug und gründen Kolonien auf bisher nicht befallenen Zweigen und Bäumen. Auch bei der „Spätentwicklerin“ unter den Rindenläusen Cinara pectinatae sind die ersten F1 erwachsen und haben mit der Produktion von Nachkommen begonnen. Da und dort wird ihre Populationsdichte bereits gegen Mitte Juni die „3 kg-Schwelle“ von 100 Tieren je m² Zweigfläche überschreiten. Für die Nutzung der Tannentracht ist dann nur noch sommerliches trockenes Wetter notwendig. Wie lange der Honigtausegen bzw. der Massenbefall an den verschiedenen Standorten anhält ist nicht vorhersehbar. Da hilft nur beobachten, beobachten, beobachten. Wer erst im Juli aufwandert kann dieses Jahr (wie in anderen Honigtaujahren zuvor) leicht zu spät kommen. Und wer zu spät kommt … .

Nur reifen Honig ernten

Wer den Blütenhonig noch nicht entnehmen hat können, zum Beispiel weil seine Völker auf der Baar oder auf der Schwäbischen Alb noch im abblühenden Raps stehen, darf nicht in Panik geraten. Die Blütenhonigernte findet erst nach Ende der Blütentracht statt, wenn der Honig reif (=trocken genug) ist. Offener Honig ist dahingehend mit Hilfe der „Spritzprobe“ leichter zu beurteilen als verdeckelter Honig. Auch dessen Wassergehalt kann von Wabe zu Wabe schwanken. Es gelten folgende Regeln:

  • In Randwaben ist der Honig feuchter als in den Zentralwaben. Deshalb ist es ratsam, bei der Blütenhonigernte auf die Schleuderung der Randwaben zu verzichten! Diese sind in den Jungvölkern besser untergebracht als in der Schleuder.
  • In dicken, breit ausgezogenen Waben ist er feuchter als in dünnen oder normal breiten Waben.
  • In Waben der vierten Zarge ist er feuchter als in den Waben der dritten Zarge.

Bei der Überprüfung des Wassergehaltes sollten diese Regeln beachtet werden. Man überprüfe den Wassergehalt des Honigs dort, wo er nach diesen Regeln den höchsten Wassergehalt hat: In einer gut gefüllten dick ausgezogenen Honigwabe am Rand der oberen Zarge des Honigraumes.

Im Handel gibt es teure Refraktometer, mit denen der Wassergehalt eines Honigtropfens einigermaßen exakt bestimmt werden kann. Der Imker kann sich vor Ort mit einer einfachen Feldmethode behelfen. Mit einem Kaffeelöffel werden auf einer geeigneten Wabe die verdeckelten Honigzellen „aufgedrückt“ und soviel Honig genommen, dass der Löffel halbwegs gefüllt ist. Dann läßt man den Honig abtropfen und beurteilt, wie rasch er vom Löffel fließt. Zu Hause beim Frühstück mit dem aufgetischten Honig, von dem man weiß, dass er einen niedrigen Wassergehalt hat, üben!

Das Tropf- oder Fließverhalten des Honigs wird auch von der Temperatur beeinflußt. Das muss beim Testen beachtet werden. Je wärmer der Honig, desto geringer ist seine Konsistenz. Honig frisch aus dem Volk hat eine höhere Temperatur als Honig aus dem Glas im Vorratsschrank und fließt leichter.

Statt dem Kaffeelöffel ist auch ein Messer geeignet. Die Honigprobe auf der Messerspitze darf beim fortlaufenden Drehen des Messers nicht fallen, sondern muss sich aufwickeln lassen.

Schwarmkontrollen weiter fortführen

In der Regel sorgt das Einsetzen der Waldtracht für ein Erlöschen des Schwarmtriebes. Man sollte aber sicher gehen und die seit Ende April oder Anfang Mai wöchentlich durchgeführten Schwarmkontrollen erst einstellen, wenn sie zweimal hintereinander bei allen Völkern auf die Kippkontrolle beschränkt werden konnten. Wer dabei den „Kippboy“ einsetzt, kann sich das Abheben der schweren Honigräume ersparen.

Jungvölker pflegen

Die Anfang und Mitte Mai geschlüpften Königinnen haben lange auf günstiges Wetter für ihren Hochzeitsflug warten müssen, und deshalb erst Ende Mai mit der Eiablage begonnen. Spätestens wenn die erste Brut schlüpft, was zu einer raschen Ausdehnung des Brutnestes der Jungvölker führt, muss verstärkt darauf geachtet werden, dass diese immer mit genügend Futter versorgt sind. Wer keine Futter- oder Honigwaben hat, greift zur Futtertasche oder zu Tetrapacks. Sie werden am dem von dem Völkchen nicht besetzten Rand der Beute platziert und mit Futterteig, flüssigem oder kandiertem Honig (nur aus eigener Produktion!) oder Honigmaische oder Zuckerwasser (3:2) gefüllt. Schwimmhilfe nicht vergessen! Sie ist auch bei Verfütterung von kandiertem Honig notwendig!

Bei jeder Nachfüllung kann ein leeres gedrahtetes Rähmchen ins wachsende Brutnest umgehängt werden!

 

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