Milder Winter

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An Weihnachten und zum Jahreswechsel war es ungewöhnlich mild. Während dieser Warmwetterphase haben die Völker mit dem Brüten begonnen.

Die Rückkehr des Winters gegen Mitte Januar mit seitdem etwa 4 Wochen „gefühltem“ Dauerfrost  hat dafür gesorgt, dass die Völker ihre Bruttätigkeit auf ein „Ausbildungsprogramm für Ammenbienen“ reduziert oder sogar eingestellt haben.

Die meisten Völker sitzen ruhig in einer dichten Wintertraube und geraten nur bei vom neugierigen Imker ausgelösten „Erdbeben“ in Bewegung.

An den Völkern ist zurzeit nichts zu tun. Das gilt vor Allem für Imker mit gutem Gewissen. Das sind die Imker, die ihre Völker stark genug, ausreichend aufgefüttert, mit wenigen Milben eingewintert haben und sie „kalt“ (= über unten offenem Gitterboden) überwintern und darauf achten, dass ihre Fluglöcher nicht vom Wintertotenfall verstopfen oder verstopft sind.

Gegen Ende Februar  soll es milder werden. Bei Flugwetter werden die Völker ihren Reinigungsflug machen, vielleicht auch schon da und dort Pollen sammeln, ihr Brutnest (wieder) ausdehnen und ab dann auch viel mehr Futter verbrauchen als im „tiefen Winter“. Dann gilt es darauf zu achten, dass keine Futternot eintritt.

Wie beurteile ich den Zustand (Stärke, Futtervorrat) meiner Völker? Was tun bei Futtermangel? Darüber informieren wir aktuell in Wort und Bild nächste Woche, sobald auch die kurzfristige Wetterprognose „Frühling“ ankündigt.

Über den Autor

Gerhard Liebig
Hier schreibt Dr. Gerhard Liebig. Er war 37 Jahre lang an der Landesanstalt für Bienenkunde in Stuttgart-Hohenheim angestellt und hat dort in Langzeitprojekten die Populationsdynamik von bienenwirtschaftlich wichtigen Honigtauerzeugern auf Fichte und Tanne sowie die Entwicklung von Bienenvölkern und ihres Varroabefalls untersucht.