Mai

„Ein Schwarm im Mai, ein Fuder Heu –
 kein Schwarm im Mai der Fuder zwei!“

An den klimatisch günstigen Standorten (Weinbauklima) erreichen die Völker bereits Anfang ihren maximalen Brutumfang von 40.000 Arbeiterinnenbrutzellen. Danach können sie in Schwarmstimmung kommen. Ihr Aufkommen kann durch sehr schlechte Tracht, wie sie dieses Jahr vielerorts durch die anhaltend trockene Witterung verursacht wurde bzw. wird, oder auch durch sehr gute Tracht begünstigt werden. Dem gilt es durch rechtzeitiges (und sanftes) Schröpfen vorzubeugen. Das Schröpfmaterial dient der „Völkervermehrung in vier Schritten“. Bei der Auswahl der „Zuchtmutter“ ist in erster Linie auf Sanftmut zu achten! Beim Schröpfen kann auch der ausgebaute und mit Drohnenbrut gefüllte Baurahmen entnommen bzw. ausgeschnitten werden.

Kippkontrolle

Kippkontrolle mit der Einfachbeute

Im Mai werden die Völker im Abstand von 7(-9) Tagen auf Schwarmstimmung kontrolliert. Wenn bei der Kippkontrolle keine festgestellt wird, ist diese Kontrolle in 1-2 Minuten abgeschlossen. Wenn das Volk bestiftete oder mit Larven besetzte Schwarmzellen hat, dauert es etwas länger. Dann müssen alle Waben im Brutraum in die Hand genommen, die Bienen abgeschüttelt und alle Schwarmzellen zerstört werden. Wer etwas Übung besitzt hat auch diese Aktion (Honigraum abheben, oberen Brutraum abheben, jede Wabe im unteren Brutraum ziehen, schütteln, absuchen und wieder einhängen, oberen Brutraum aufsetzen, jede Wabe im oberen Brutraum ziehen, schütteln, absuchen und wieder einhängen, Honigraum über Absperrgitter aufsetzen) in etwa 5 Minuten abgeschlossen. Andere Schwarmverhinderungsmaßnahmen wie die Bildung eines Zwischenbodenablegers oder nochmaliges Schröpfen sind nicht empfehlenswert. Sie machen mehr Aufwand als das einfache „Zellenbrechen“ und führen zu einer nachhaltige(re)n Schwächung des Volkes.

Wald- und Tannentracht

Völker locker aufstellen. Dann lassen sie sich leichter bearbeiten.

Die bienenwirtschaftlich wichtigen Honigtauerzeuger auf Tanne und Fichte haben an warmen Standorten bereits im April mit der Vermehrung begonnen. Wenn die sommerlich warme Witterung anhält, wird der Ausbreitungsflug der Geflügelten von Cinara confinis, Cinara piceae und Cinara pilicornis bereits gegen Mitte Mai einsetzen. Wenn die extreme Trockenheit anhält, werden die in „Trockenstress“ geratenen Bäume gute Bedingungen für eine Massenvermehrung bieten. Die Fichtentracht könnte dann bereits im Mai einsetzen! Wenn, wenn, wenn… deshalb gilt: Wer beobachtet weiß Bescheid!

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