Varroa Killer Sound im Test

Anspruch und Wirklichkeit der „alternativen“ Varroabekämpfung

Nach „Bienensauna“ der „Varroa-Killer-Sound“ im Test

Wer hätte das gedacht? Als zur Varroabekämpfung anfänglich FOLBEX-VA-neu, Perizin und Bayvarol eingesetzt wurden, galten Ameisensäure und Milchsäure, später auch Oxalsäure als alternative Mittel; denn mit ihnen ist es möglich, die Bienenprodukte frei von Rückständen zu halten. Bei Produkten mit fettlöslichen Wirkstoffen ist das nicht der Fall. Sie reichern sich im Wachs an, wenn sie Jahr für Jahr zur nach der Honigernte anstehenden Varroabehandlung der Völker eingesetzt werden. Rückstände im Wachs gefährden die Reinheit des Honigs.
Die Zeiten ändern sich. Die Anwendung von Ameisensäure, Milchsäure und Oxalsäure ist allgemein üblich geworden. Die Anwender zählen inzwischen zu den konventionellen  Imkern, von den Anpreisern der neuen „Alternativen“ werden die Säuren Giften gleichgesetzt.

Diese „Alternativen“ heißen „Mullerbrett“ und „VarroaCatch“, „Bienensauna“, „Thermosolar-Hive“, „DIHEU Bienenvital“, „Varroa-Killer-Sound“, „Apis Sanum – Das Bienenschutztor“. Damit sind nur die aktuellen aufgezählt; denn sie waren nicht die ersten und sie werden nicht die letzten sein.

Ein Streifzug durch die Geschichte

„Die Rundwabe schaffts!“. So lautete der Aufsatz eines Berufsimkers in einer Imker-Fachzeitung, der diese über zehn Jahre alte ungarische Erfindung getestet und für so gut befunden hatte, dass er der Überzeugung war, in den Vertrieb dieser Drehbeute einsteigen zu müssen. Im wissenschaftlichen  Test fiel die Drehbeute durch; denn die Varroamilbe zeigte sich vom Drehen des Brutraumes unbeeindruckt. Eine komplette Drehbeute kostete € 695,-.

Dasselbe Schicksal hatte vorher „Heinrichs Zwischenboden“ erlitten, der Anfang der 90er Jahre die erfolgreiche“ Varroabekämpfung ohne Medikamente“  und „keine Schwärme“ zu einem Einführungspreis von DM 98,90 versprach.

Nach seiner Wiedergeburt als „Mullerbrett“  wird die Käfig-Variante „VarroaCatch“ im Internet mit den Aussagen „keine Chemie zur Varroabehandlung mehr notwendig“, „keine Sommer-Varroabehandlung mehr erforderlich“, „einfache, praktische und effektive Handhabung“, „gesunde Bienen für ein gesundes Volk“ beworben. Über die Funktionsweise ist zu lesen: „Die verdeckelte Brut wird in den VarroaCatch über die offene Brut im Bienenstock eingehängt. Die Varroamilbe lässt sich nach dem Schlüpfen der Biene, auf Grund des Duftes der offenen Brut, nach unten fallen und wird in dem VarroaCatch-Gitterrahmen aufgefangen. Diese Vorgehensweise wird alle 14 Tage während der Routinekontrolle des Bienenstockes durchgeführt.“ Ein VarroaCatch kostet € 59,80.

Der Hersteller der „Bienensauna“ nutzt, so steht es auf seiner Website, „eine uralte Behandlungsmethode – die Wärme. Unsere BIENENSAUNA® können ImkerInnen ohne großen Aufwand oder hohe Kosten einsetzen. Die Biene „schwitzt“ sich gesund, während die wärmeempfindliche Milbe stirbt. Das Ergebnis: gesunde, vitale Bienenvölker.“ Weiter heißt es: „So einfach funktioniert es:  Das Gerät wird unter der Beute platziert bzw. von hinten in den Boden eingeschoben. Zu jeder gängigen Beutengröße gibt es einen passenden Boden und Deckel. Während der Behandlung werden Temperatur und Feuchte permanent gemessen und optimal geregelt. Nach 3-4 Stunden ist die Behandlung abgeschlossen. 2x im Jahr behandeln – und die Bienen bleiben gesund – Du kannst ganz auf Säure oder Gifte verzichten!“  Der Beweis im seit August 2015 laufenden Feldversuch steht noch aus. Die vollautomatische Behandlung ist inzwischen der Empfehlung gewichen: „Die BIENENSAUNA®-Behandlung darf nicht unbeaufsichtigt laufen. Alle 15–20 Minuten muss der Dämmdeckel geöffnet und durch die Plexiglasscheibe kontrolliert werden, ob die Bienen wohlauf sind. Dabei ist besonders auf Vergiftungsanzeichen zu achten: Taumeln, Zucken oder Zittern der Bienen, Herausstrecken der Rüssel.“ Eine Bienensauna kostet ab € 1.795 incl. MwSt., zzgl. Versand.

Etwas preiswerter ist der „DIHEU Bienenvital©“, der ebenfalls die Varroamilbe „vollautomatisch mit Sicherheitseinrichtungen“ durch Wärmebehandlung bekämpft, außerdem das Immunsystem der Bienen stimuliert und so zur allgemeinen Vitalität des ganzen Volkes beiträgt. Diese „ökologische Lösung gegen die Varroamilbe –KEINE CHEMIE UND KEINE SÄUREN MEHR–„ ist auch “anwendbar bei Brutkrankheiten, Königinnenzucht und Honigerwärmung.“

Eine weitere Variante der Varroabekämpfung mit Hyperthermie ist der „Thermosolar HIVETM“. Diese Beute wurde in Tschechien entwickelt und kommt ohne Strom aus der Steckdose aus. Es ist auch kein Akku notwendig. Zur Erwärmung der Beute auf über 40° C wird das Sonnenlicht genutzt, das durch seitlich integrierte Glasfenster in die Beute einfällt.

Das Prinzip ähnelt den „Lichtbeuten“, die vor etwa hundert Jahren vor allem in Osteuropa getestet wurden, um Entwicklung und Leistung von Bienenvölkern durch ultraviolette Strahlung und Tageslicht anzuregen. In den Imkerzeitungen wechselten sich Berichte über Erfolg und Misserfolg ab. Letztendlich haben sich „Lichtbeuten“ nicht durchsetzen können. In der neueren Literatur über die Bienenhaltung werden sie überhaupt nicht erwähnt. Die Varroamilbe hat sie wieder ins Spiel gebracht.

Heutzutage werden bahnbrechende Ideen über das Internet sehr rasch weltweit verbreitet und die Markteinführung von zukunftsträchtigen Produkten über „Crowdfunding“ finanziert. Je schneller die anvisierte Geldmenge zusammen kommt, desto aussichtsreicher wird das angebotene Produkt eingeschätzt. Besonders erfolgreich war diesbezüglich die Bienensauna, die als Startup-Unternehmung bei diversen Ideen-Wettbewerben auch noch Preise gewann, was auf der Website www.bienensauna.de als Werbung genutzt wird.

Beim „Crowdfunding“ wird das Produkt oder auch nur die Produktidee in der Regel mit einem Video vorgestellt. Das war bei der „Bienensauna“, beim  „Thermosolar HIVETM“ und beim „Varroa Killer-Sound“ der Fall.


Die Behandlung mit Ultraschall

Der “Varroa Killer-Sound”  wird als “Die Revolution in der Varroamilben-Bekämpfung mit Hochfrequenz!“ angepriesen. In den 90er Jahren gab es mit dem „Schallomat“ einen Vorläufer. Vier Wochen lang wurde ein Volk mit 12.000 Hertz beschallt. Die notwendige Energie lieferten Solarzellen. Beim Test an der Bayerischen Landesanstalt für Bienenzucht zeigte der „Schallomat“ keine Wirkung. Danach verschwand er von der Bildfläche.

Sein Nachfolger, der „Varroa Killer-Sound“,  ist mit einer aufladbaren Batterie ausgerüstet. Das Bienenvolk wird mit ca. 15.000 Hertz mit 90 Dezibel über einen Zeitraum von 25 bis 30 Tagen beschallt. Danach ist es „quasi Varroa frei“ und damit auch „quasi gesund“.  Nach Angaben des Herstellers sollten die Völker zweimal im Jahr behandelt werden. Ideale Zeiträume wären Februar bis Mitte April und Juli/August.  Als Vorteile des Varroa Killer-Sound werden aufgezählt: „ 100% biologisch, 100% rückstandsfrei, unbedenklich für die Bienen, während der Tracht einsetzbar, unbedenklich für Mensch / Tier, einfache Handhabung, günstiger Preis, optimale Wirkung.“

Ein „Varroa Killer-Sound“ kostet mit Batterie € 86 inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten. Auf der Website des Herstellers www.varroa-sound.de stellt eine Graphik über den täglich erfassten Milbenfall von 5 Völkern, die in 2016 vom 10. April an 30 Tage lang mit dem „Varroa Killer-Sound“ behandelt worden waren, sehr eindrucksvoll die Wirkung der Dauerbeschallung dar. Die Milbenzahlen dieser Graphik sind auf der Website in einer pdf-Datei dokumentiert. Die dort stehenden Zahlen wurden für die Erstellung von Abb. 1 verwendet.

Vor Behandlungsbeginn hatten die 5 Völker einen natürlichen Milbenfall von 12-18 Milben pro Tag. Nach Behandlungsbeginn blieb der Milbenfall zwei Tage lang auf diesem Niveau. Ab dem dritten Tag stieg er deutlich an und erreichte innerhalb von 3 Tagen ein Maximum, das zwischen 80 und 110 Milben täglich schwankte. Auf diesem Niveau verharrte der Milbenfall bei 4 der 5 Völker etwa zwei Wochen lang. Dann ging er bei allen Völkern innerhalb einer weiteren Woche einheitlich auf null oder fast null zurück. Insgesamt fielen während der Behandlung zwischen 1172 und 1542 Milben (Abb. 1).


Abb. 1. Der Milbenfall von 5 Völkern, die ab 10. April 2016 30 Tage lang mit dem Varroa-Killer-Sound behandelt wurden. Die Milbenzahlen stammen vom Hersteller und sind auf dessen Website www.varroa-sound.de veröffentlicht. Der relativ gleichmäßige Verlauf des ausgelösten Milbenfalls lässt auf eine einheitliche Wirkung schließen. Die sichtbare Wirkung setzte am 3. Tag nach Behandlungsbeginn ein, erreichte am 5. Tag das Maximum, das zwischen 10 und 15 Tage anhielt. Danach sank der Milbenfall bei allen Völkern innerhalb von 5 Tagen auf nahe null ab.

Der unabhängige wissenschaftliche Test im April

Für einen Test im April 2017 standen 8 Völker des Bienenstandes G-I (Bild 1) zur Verfügung, von denen zwei etwas abseits stehende Völker, die Völker 7 und 8,  vom 2. April bis zum 25. April mit dem „Varroa-Killer-Sound“ (VKS) behandelt wurden. Vor der Behandlung war der natürliche Milbenfall über einen Zeitraum von 9 Tagen erfasst worden. Er lag bei Volk 7 bei etwa 27 Milben/Tag. Volk 8 verlor 7 Milben/Tag. Der Milbenfall während der Behandlung unterschied sich bei beiden Völkern nur wenig von dem Milbenfall vor der Behandlung. Er sank gegen Ende der Behandlung und nach der Behandlung auch nicht auf null ab (Abb. 2).

Bild 1. Blick auf die 8 Testvölker. Bei einer derart lockeren Aufstellung findet garantiert kein Verflug und damit auch keine „Re-Infektion“ statt. Hinten links im Bild stehen die Völker 7 und 8, die ab dem 2. April 2017 mit dem „Varroa-Killer-Sound“  von oben in einer aufgesetzten Leerzarge behandelt wurden. Die anderen Völker hatten zur gleichen Zeit den Honigraum erhalten und alle Völker einen Baurahmen.

Vor der Behandlung war beiden Völkern und auch den Kontrollvölkern der Baurahmen eingehängt worden. Beide Völker füllten während der Dauerbeschallung den Baurahmen mit Drohnenbrut, die am Ende der Beschallung entnommen (Bild 2) und auf Varroabefall untersucht wurde. Bei Volk 7 wurden beim Auswaschen der verdeckelten Drohnenbrut 796 adulte Varroamilben gefunden, bei Volk 8 waren es 488 Milben. Bei Volk 8 wurden vor dem Entdeckeln und Auswaschen der Drohnenbrut 200 Brutzellen gezupft (Bild 3), in denen sich pro Zelle zwischen 0 und 6 und insgesamt 113  adulte Milben (von 488) fanden. Alle lebten. In der älteren Drohnenbrut wurden auch Nachkommen gefunden.

 

Bild 2. Blick auf Volk 8 bei der Entnahme des mit offener und verdeckelter Drohnenbrut gefüllten Baurahmens. Auf der Leerzarge steht der Varroa-Killer-Sound, der das Volk 24 Tage lang beschallt hatte. Nach Einhängen eines leeren Baurahmens wurde das Volk mit Absperrgitter und Honigraum erweitert. Die entnommene Drohnenwabe wurde wenig später mit Pinzette, Licht und Lupe auf Varroabefall  untersucht. Vgl. Bild 3. 

Bild 3. Beim Zupfen von befallener Drohnenbrut hängen die Varroamilben selten an der Puppe oder Larve. Deshalb ist nach dem Herausziehen von Puppe oder Larve ein genauer Blick in die Zelle notwendig, um Varroabefall zu erkennen. Nicht selten kommt es vor, dass adulte Milben ihre Zelle verlassen und anderswo Unterschlupf suchen. Im Bild sind zwei so herumirrende Milben rot eingekreist.

 

 Abb. 2. Der Milbenfall der Völker 7 und 8, die vom 2. April bis zum 25. April mit dem Varroa-Killer-Sound (VKS) behandelt wurden. Während der Beschallung schwankte der Milbenfall bei Volk 7 zwischen 8 und 33 Milben pro Tag und lag mit durchschnittlich 20 Milben/Tag etwas niedriger als vor der Behandlung. Bei Volk 8 fielen vor der Behandlung zwischen 6 und 10 Milben/Tag, während der Behandlung waren es zwischen1 und 20 und mit durchschnittlich 12 Milben/Tag etwas mehr.

Abb. 3. Der Vergleich des Milbenfalls vor und während der Behandlung bei den 8 Einzelvölkern. Mittelwerte von 11 bzw. 23 Tagen.

Bei den nicht behandelten Kontrollvölkern 1-6 lag der natürliche Milbenfall im März bzw. vor der Beschallung der Völker 7 und 8 zwischen 3 und 12 Milben/Tag. Bei vier Kontrollvölkern stieg er im April an, bei 2 Völkern blieb er nahezu konstant. Der Vergleich des Milbenabfalls aller 8 Völker vor und während der Beschallung von Volk 7 und 8 lässt keine Wirkung der Beschallung erkennen. Am stärksten hat der Milbenfall während des Beschallungszeitraumes bei einem unbehandelten Volk zugenommen (Abb. 3).

Zahlen aus dem Internet

Auf der Website des Herstellers www.varroa-killer-sound.com  wurde in der Rubrik News am 07. März 2017 der Milbenfall eingestellt, den ein Berufsimker aus Salzburg, Herr Kornbichler, an 13 Völkern vor und während einer im Februar 2017 mit dem Varroa-Killer-Sound durchgeführten Behandlung erfasst hatte (Tab. 1).

Tab. 1. Der Datensatz „Kornbichler“ von der Website  www.varroa-killer-sound.com kopiert

Diese Behandlung war am 13. Februar begonnen worden. Der Milbenfall wurde dreimal erfasst, einmal vor der Behandlung und zweimal während der Behandlung. Die Milbenzahlen werden auf der Website des Herstellers mit folgender Aussage kommentiert: „Die Völker sind mit sehr unterschiedlichen Befallsgraden durch den Winter gekommen, wie man an den Zahlen vor Behandlungsbeginn sieht. Die Geräte sind zwar erst zwei Wochen in den Völkern, aber die Wirkung ist schon deutlich sichtbar.“

Diese Aussage hält einer genauen Betrachtung der Werte, die relativ einfach mit dem Vergleich des Milbenfalls vor der Behandlung mit dem Milbenfall während der Behandlung durchgeführt werden kann, nicht stand (Abb. 4).

Der natürliche Milbenfall vor der Behandlung (8.-12.2.) lag bei den 13 Völkern zwischen 0 und 2,5 Milben pro Tag. In den ersten 5 (oder 6?) Behandlungstagen (13.2.-18.2.) fielen nur wenig mehr Milben. Das Gleiche gilt auch für den Zeitraum 18.2.-24.2., in dem nur 2 Völker mit 5 Milben/Tag deutlich mehr Milben verloren als vorher bzw. als die anderen 11 Völker (Abb. 4).

Leider wurde es versäumt, gleichzeitig den Milbenfall von unbehandelten Völkern zu erfassen. Eine solche Kontrolle ist für die Interpretation des Milbenfalls unbedingt notwendig. So lässt der simple Vergleich des durchschnittlichen Milbenfalls der 13 Völker mit dem Temperaturverlauf der Wetterstation Salzburg-Flughafen einen Zusammenhang erkennen: Mit den ansteigenden Temperaturen nahm auch der Milbenfall zu (Abb. 5). Diese Koinzidenz wäre leichter zu interpretieren, wenn auch der Milbenfall von unbehandelten Kontrollvölkern erfasst worden wäre.

Der am 7. März veröffentlichte Datensatz des Berufsimkers „Kornbichler“ enthält nur den Milbenfall bis zum 24. Februar. Das ist der Milbenfall der ersten 11 Behandlungstage. Die später gefallenen Milben fehlen (noch?).

Der Vergleich mit anderen Datensätzen kann deshalb nur mit dem Milbenfall der ersten 11 Tage angestellt werden. Dabei ist eine eindeutige Wirkung nur bei den von „Krüger“ im April 2016 behandelten Völkern zu erkennen (Abb. 6).

Abb. 4. Der Vergleich des Milbenfalls der 13 Völker des Berufsimkers „Kornbichler“ vor und während der Ultraschallbehandlung.


Abb. 5.
Der Milbenfall der von Berufsimker „Kornbichler“ behandelten Völker im Vergleich mit dem Temperaturverlauf der Wetterstation Salzburg-Flughafen.

Abb. 6. Wie viele Milben sind während der ersten 11 Behandlungstage gefallen im Vergleich zu dem Milbenfall vor der Ultraschall-Behandlung? Aufgetragen sind die entsprechenden Wertpaare von 22 behandelten Völkern und 6 unbehandelten Völkern. Mit zwei Datensätzen wurde eine Regressionsgerade („Linear“) berechnet, die den Vergleich der vor und während der Behandlung gefallenen Milben ermöglicht. Die Wertpaare der Datensätze „Kornbichler“ und „Liebig-VKS“ liegen sehr viel näher an der Regressionsgeraden „Liebig-ohne Behandlung“ als an der Regressionsgeraden „Krüger-VKS“.

Vorläufige Bewertung der Ultraschall-Behandlung

Die ersten im Februar/März und April 2017 mit dem Varroa Killer-Sound (VKS)  durchgeführten Behandlungen haben keine Wirkung gezeigt:

  • Der Milbenfall war während der Behandlung nicht erhöht.
  • Der Varroabefall der während der Behandlung aufgezogenen Drohnenbrut war nicht gemindert.
  • Die in befallener Drohnenbrut gefundenen Milben haben gelebt und sich während der Behandlung vermehrt.
  • Der Milbenfall ist nach 20-22 Tagen nicht gegen Null gegangen.

Bei einigen auf der Website des Herstellers beschriebenen Effekten ist zu fragen, auf welchen Beobachtungen sie fußen. Es heißt dort:

  • „Die Varroamilben werden in ihrer Nahrungsaufnahme extrem gestört.“
  • „Der Schall wirkt auf das zentrale Nervensystem der Varroamilbe, sodass die alten Milben innerhalb von ca. 10-20 Tagen absterben.“
  • „Der Schall wirkt auch in der Brut, die Juvenilen (junge Milben) sterben in der Zelle innerhalb von 1-2 Tagen ab.“

Weiteres Vorgehen

Im Mai 2017 werden an verschiedenen Bienenständen insgesamt 10 Sammelbrutableger erstellt, mit denen die Völkervermehrung in vier Schritten durchgeführt wird. 5 Sammelbrutableger werden unmittelbar nach ihrer Bildung (am Tag x) 21 Tage lang mit dem Varroa-Killer-Sound behandelt und der Milbenfall bis zum Tag x+21, wenn alle Brut geschlüpft ist, erfasst. Die Pflegevölker bzw. die bei ihrer Auflösung am Tag x+21 entstehenden Begattungsvölkchen werden im brutfreien Zustand mit Oxalsäure behandelt. Anhand des durch diese Behandlung ausgelösten Milbenfalls wird die Wirkung der zuvor durchgeführten Ultraschallbehandlung beurteilt.  Die anderen 5 Sammelbrutableger, die ohne Ultraschallbehandlung  geführt werden, dienen als zusätzliche Kontrolle, auch um mögliche Nebenwirkungen der Ultraschallbehandlung erkennen zu können.
Das Ergebnis wird bis Ende Juni vorliegen.

Im Juli 2017 werden die 8 Testvölker des Bienenstandes G-I (Bild 1) nach der Sommerhonigernte nach dem Konzept „Teilen und behandeln“ geführt. Die konsequente Nutzung der Drohnenbrut als Varroafalle sollte gewährleisten, dass der Varroabefall dieser Völker die Schadensschwelle, die im Sommer sehr viel höher liegt als im Herbst, nicht überschreitet. Auch das wird dokumentiert.

Die Varroabehandlung einiger bei der Teilung entstehenden Fluglinge und „Brutvölker“ wird zuerst mit Ultraschall durchgeführt und der Wirkungsgrad durch Nachbehandlung bestimmt.
Das Ergebnis wird bis Ende September vorliegen.

Lesen Sie auch: Varroa Killer Sound im Test – Teil 2

 

 

40 Kommentare zu "Varroa Killer Sound im Test"

  1. Gerfried Schmidt | 21. September 2017 um 19:04 | Antworten

    „Die Varroabehandlung einiger bei der Teilung entstehenden Fluglinge und „Brutvölker“ wird zuerst mit Ultraschall durchgeführt und der Wirkungsgrad durch Nachbehandlung bestimmt.
    Das Ergebnis wird bis Ende September vorliegen“, schreiben Sie.
    Ende September ist bald, ich bin schon gespannt!

  2. Sorry,

    wer lesen kann ist klar im Vorteil!
    Ende September schreiben Sie ja am Ende des Textes.
    Ich bin sehr auf Ihre Auswertung gespannt. Wie gesagt, ich habe die Daten auf statistsche Signifikanz geprüft. Eine Wirksamlkeit ist gegeben. Allerdings liegt diese nicht bei 90% sondern eher bei 50-60%.

    • Der Hersteller sagt ja das bei drei Zargen ca 60% zu erreichen ist. In der Zeit von mitte Mai bis Ende Juli ist das doch sehr gut um ohne Chemi zu behandeln wenn der Varrodruck zu hoch wird. Und es wird dabei noch Honig eingetragen.Wer kann das den noch? Dann bei 1 oder 2 Zargen ist die Wirkung bei 40-50 Tagen Einsatz ca 90 % und in der Winterkugel zu 98 %. Das Frühjahr wird dann super.

  3. Hallo Herr Liebig,

    gespannt warte ich auf die Auswertung bzgl. Ihrer Folgetests.
    Liegen die Ergebnisse schon vor? Bzw. wann ist damit zu rechnen?

    Gruß

    Horst Schmidt

  4. Immer wieder das Gleiche, anstatt selber hieb- und stichfeste Beweise für die Wirksamkeit ihrer Wundermittel zu liefern, werden Liebigs Zahlen angezweifelt und ihm zudem noch finanzielle Motive unterstellt. Eins ist doch klar: Wäre was dran an diesen ganzen Techniken, würden sie sich großflächig durchsetzen, auch ohne Liebigs Segen. Bin überzeugt: in fünf Jahren redet kaum noch jemand von Bienensauna und Killersound. Bis dahin werden sich aber einige die Taschen gefüllt haben. Man kann Liebig nur dankbar sein für die ganze Arbeit mit all dem Hokuspokus.

    • Es werden solche seriösen Untersuchungen nicht über Nacht durchgeführt, aber der Hersteller hat Untersuchungen in Auftrag gegeben und die Ergebnisse kommen jetzt von Deutschland und Österreich rein. Bis dahin sind eben die Erfahrungen wichtig und deshalb weitergegeben worden.Wir haben sehr positive praktische Erfahrungswerte erhalten die du selbst erfragen kannst unter 034741 789283. Er hat die Versuchsgeräten nicht mehr zurückgegeben sondern das Geld bezahlt und hat sie im Einsatz.Wer es wirklich wissen will ruft ihn an.

      gruss klaus

      • Es ist erwiesen das Bienen in andere Stöcke fliegen und dort Milben hinterlassen. Wenn aber nicht der GANZE Bienenstand gleich behandelt wird sondern nur zwei und nur im 6 Meter Abstand ist doch klar das in die Beuten immer wieder Varroamilben eingetragen werden Wie soll da ein Versuch gewertet werden.Der Hersteller sagt ja nur Ständeweise behandeln. So sollte auch ein Dr. nicht urteilen sondern sich an die Gebrauchsanweisung halten.Das Gerät muss über den Bruträhmchen gestellt werden und nicht über die Randwaben.

        gruss Klaus

  5. IM Krüger hat sich schon ne Abmahnung eingehandelt weil er seinen Honig falsch gelabelt und mit gesundheitsbezogenen Aussagen geworben hat…ging sogar vor Gericht:

    http://www.lebensmittelklarheit.de/produkte/werbung-zu-bienenprodukten-und-hercules-honig-auf-allgaeuer-wanderimkereide

    Für Varroa-Bekämpfungsmethoden gibt es ja leider keine „Klarheit“, die seine Aussagen mal prüft…

    • Gut er hat mit dem Honig einen Fehler gemacht. Was hat das mit dem Gerät zu tun. Wer im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen spielen.

  6. Gerfried Schmidt | 1. August 2017 um 19:31 | Antworten

    Ich habe heuer mit VKS angefangen, kann also noch kein endgültiges Urteil abgeben. Die Bienen scheinen aber gesund zu sein, fliegen mit oder ohne Pollen. – Kleiner Tipp: Die schlecht klebenden Pickerln wegwerfen und Ultraschallgerät mit Superkleber am Akku anbringen!

    • Es sollten die Magnetstreifen nicht kompl entfernt werden sondern mit Superkleber an die Batterie und Schallgerät geklebt werden dann kann man zum nachhause holen die Schallgeräte doch abmachen und gut verstauen.Vorher aber die sehr glatte Fläche an der Batterie aufrauen.

    • Es ist zu empfehlen das Gerät doch an die 40-50 Tage drinnen zu lassen. So ist derzeit unsere Erfahrung

      gruss Klaus

  7. Sie haben in Ihrem Bericht die Bienesauna als Hyperthermie-Lösung erwähnt. Es gibt aber noch zwei andere Produkte zu kaufen. Ich habe seit zwei Jahren den Varroa Kill II (http://www.varroakill.com)im Einsatz. Meine Erfahrung: bisher keine Verluste bei 5 Völkern. Ich verwende ausschließlich das Gerät im Frühjahr und Spätsommer (vor und nach Tracht)und schneide keine Drohnenrahmen.

  8. Moin Herr Liebig,

    ich finde ihre erste Untersuchung sehr gut durchgeführt, soweit ich das als Anfänger (3 Jahre dabei) beurteilen kann. Ich hatte mir vor ein paar Monaten auch ein paar Soundmodule mit den gleichen Parametern gebaut und an einigen Völkern getestet ( http://varroagrill.de/varroanoise.html )Leider hatte ich zum großen Teil auch nicht keinen erhöhten Milbenfall feststellen können. Allerdings hatte ich nach dem Erstellen eines Polardiagrammes und einer groben Simulation eines kleinen Raumes in Form einer Beute mit mehreren schallweichen Wänden festgestellt, dass durch Kammfiltereffekte, Reflexionen und Absorbtion der Schall auch nicht überall hinkommt. Zudem nimmt der Schalldruck bei 3 Zargen in der am weitesten entfernten Zarge auch um fast 20 dB ab. Im Moment baue ich gerade ein kleines sogenanntes Array und werde das ganze nach dem Abschleudern nochmal testen. Parallel werde ich Ihre Arbeit weiter beobachten. Vielen Dank nochmal!

    Viele Grüße
    Axel Joost

    • Achtung. Je nach Aufbau des Array ergibt sich eine Richtwirkung des Schalls, der die Ungleichverteilung verstärken wird, da die Richtwirkung den Schalldruckverlust auf die Distanz verringert.
      Die von Dr. Liebig unten beschriebene Doppelanwendung sollte besser funktionieren (was die Schallverteilung betrifft) und dabei zumindest nicht mehr phasenbedingte Auslöschungen erzeugen (die aus meiner Sicht aufgrund der Frequenz und der Zerklüftung des beschallten Raumes sowieso uninteressant sein dürften).

  9. Ich habe den VKS auch getestet an 2 Völkern, mit sehr mäßigem Erfolg. Anfangsbefall anfang März: 5/Tag. Die Milbenzahl stieg bei der Behandlung an, sodaß ich mich zunächst freute. Allerdings fiel sie nicht ab… daher habe ich das Gerät nach 30 Tagen nach erneutem Aufladen noch einmal in die Völker gestellt, also insgesamt 60 Tage. Die Milbenzahl ist gleichbleibend erschreckend hoch (zwischen 10-40/Tag), sodaß ich zwischendurch immer wieder mal auch eine Behandlung mit Bienenhilfe zusätzlich gemacht habe, nach der der Varroafall jeweils eine Spitze im Diagramm ergab.
    Die Bienen schien das Gerät nicht zu stören, wie auch vom Vorgänger geschildert. Die Völker sind recht stark, zzt auf 3 Zargen Zander Liebig. Ausserdem wurden mehrfach Brutrahmen entnommen für Ableger, was den Varroadruck zusätzlich mindern sollte.
    Also ich bin enttäuscht, die versprochene Wirkung wurde überhaupt nicht erreicht.
    Zu meiner Überraschung funktioniert allerdings das Gerät auch bei einer anderen Spinnentierart, nämlich dem Bücherskorpion! Ich habe in dieser Zeit viele junge Bücherskorpione verendend auf der Windel gefunden, den hatte ich zuvor noch nie gesehen in meinen Beuten! Nach der Entnahme des VKS blieben auch die Bücherskorpione auf der Windel wieder weg… das heisst: das Gerät scheint eben doch irgendwie zu funktionieren?
    Auf der angegebenen Webseite ist das Diagramm und ein Foto von den kleinen Skorpionen

  10. Es ist mir jedes Mal eine Freude die Erkenntnisse und Ergebnisse Ihrer methodisch-systematisch korrekt durchgeführten Versuche zu lesen. Vielen Dank!

  11. Ein einfaches Danke für diesen Artikel und die damit verbundene Mühe. Ich werde die Entwicklung weiterhin aufmerksam beobachten! Auch wenn ich gerne sofort ein Heilmittel hätte – Ich finde die unabhängige Bewertung dieser Methoden ungemein wichtig.

  12. Horst Schmidt | 16. Mai 2017 um 14:06 | Antworten

    Hallo Herr Liebig,

    was noch wichtig ist:
    Wie war die Versuchsanordnung ( Standort der VKS räumlich in der Zarge, wieviele Zargen, wieviele Rähmchen pro Zarge, welches Rähmchenmaß, Warm- ode Kaltbau usw.)bei Ihren Versuchvölkern und wie war sie beiden den anderen Versuchsgruppen?

    Und war diese Versuchsanordnung immer gleich und damit repoduzierbar? Nur dann kann man, eine Wirkung vorrausgesetzt, mit gleichen Ergebnissen rechnen!

    Sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen.

    • Hallo Herr Schmidt,
      mit den Treppenkurven ist der Milbenfall über den Zeitraum korrekt dargestellt. Das zählt. Vielleicht überzeugt Sie diese Art der Darstellung, wenn Sie sich den Bericht über „Die Ergebnisse der Sommerbehandlung mit der Bienensauna“ anschauen. Und dort die Abbildungen 2, 3 und 4. Sie finden den Bericht auf dieser Website in der Rubrik „Nachgedacht“.
      Mit der Frage „Gibt es überhaupt einen Einfluss?“ berühren Sie des Pudels Kern. Eine Antwort finden Sie in der Abb. 3 und in dem Text, der unter der Abb. 3 steht und erklärt, was die Abb. 3 aussagt. Weiteren Aufschluss geben auch die Abbildungen 4 und 6. Die Abb. 5 verdeutlicht warum bei solchen Tests eine Kontrolle „unbehandelt“ wichtig ist. Ich gehe davon aus, dass Sie als Statistiker verstehen, was diese Abbildungen aussagen.
      Ihre Fragen nach der Versuchsanordnung erstaunen mich. Sie erwecken den Eindruck, dass bei der Anwendung des Gerätes wesentlich mehr zu beachten ist als in der Gebrauchsanleitung steht! Ich gehe davon aus, dass auch die im April 2016 behandelten Völker so behandelt worden sind, wie es in der Gebrauchsanleitung beschrieben ist. Wobei ich diesbezüglich Zweifel bekomme, wenn ich die Bilder von den Völkern betrachte, die im April 2017 in Sardinien mit dem „Varroa Killer-Sound“ behandelt wurden. Nach meiner Einschätzung sitzen die Völker in Dadantbeuten mit einem oder zwei Honigräumen. Für die Behandlung jedes Volkes steht eine Extra-Flachzarge bereit. Der „Varroa-Killer-Sound“ ist aber nicht stirnseitig befestigt, wie es „für Dadant und Blätterstock“ in der Gebrauchsanleitung vorgeschrieben ist. Wann wurden die drei Bilder gemacht? Vor oder nach der Behandlung? Die Vegetation lässt auf den 1. April schließen.
      Neu ist auch die Beurteilung der Wirkung der Dauerbeschallung über den Vergleich des Varroabefalls von Bienenproben, die vor und nach der Behandlung gezogen wurden. Es fehlt eine Kontrollgruppe von nicht behandelten Völkern! Wo und wie wurden die Bienenproben gezogen? Und warum keine Brutproben? Dort halten sich etwa 80% der Milben auf! Und die Hälfte dieser Brutmilben in der Drohnenbrut.
      Warum wurde der Milbenfall nicht erfasst? Bei der Behandlung im April 2016 gelang das jeden Tag- vier Wochen lang!
      Übrigens: Meine Völker sitzen in Zanderbeuten. Man erkennt es an den Bildern. Und in der Versuchsbeschreibung ist zu lesen, dass die behandelten Völker während der Beschallung in zwei Zargen saßen.
      Unmittelbar nach Abschluss der „April-Behandlung“ habe ich zwei Völker, die ebenfalls in 2 Zargen saßen, zwei Wochen lang mit der doppelten Dosis beschallt, indem ich ihnen zwei „Varroa-Killer-Sound“ aufgesetzt habe. Auch diese Maßnahme hat keinen erhöhten Milbenfall ausgelöst.
      Eine eindeutige Antwort auf die Kernfrage wird der bereits angelaufene Versuch mit den Pflegevölkern bringen. Sie werden in einer Zarge auf 10 Zanderwaben im Kaltbau sitzend 21 Tage lang beschallt. Danach erfolgt eine Nachbehandlung im brutfreien Zustand mit Oxalsäure. Für jedes Testvolk kann dann der Wirkungsgrad der Dauerbeschallung wie folgt berechnet werden:
      Wirkungsgrad der Beschallung in Prozent = „Anzahl gefallener Milben während der Beschallung“ dividiert durch die Summe von „Anzahl gefallener Milben während der Beschallung“ plus „Anzahl durch Nachbehandlung getöteter Milben“ mal 100.

  13. Horst Schmidt | 16. Mai 2017 um 11:41 | Antworten

    Hallo Herr Liebig,

    danke für die Erklärung.

    Eine Treppenstufendarstellung halte ich aber in diesem Fall für zumindest ungeschickt.
    Eine 6fache Erhöhung ist sicher nicht gegeben. Um allerdings eine generelle Wirkung festzustellen oder auszuschliessen empfehle ich einen Signifikanztest für den Mittelwert. Wenn Sie uns die Rohwerte zur Verfügung stellen, dann kann ich diesen Test selbst durchführen. Denn was ist denn wirklich wichtig? Meiner Meinung nach ist wichtig: Gibt es überhaupt einen Einfluss? Und wenn ja, wie groß ist dieser.

  14. Horst Schmidt | 15. Mai 2017 um 19:52 | Antworten

    Keine Reaktion auf meine Anmerkungen zu den rein mathematischen Fehlern in der Auswertung.
    Das spricht für mich eine eindeutige Sprache. Lieber Herr Lieber, bitte geben Sie uns doch einfach eine Tabelle mit dem Varroa Fall VOR und WÄHREND der Behandlung. Einen Signifikanztest kann ich selbst machen. Ihre Diagramme sagen null Komma nichts aus!

    • Hallo Herr Schmidt,
      Sie haben den Aufbau der Abb. 2 nicht verstanden. Dort wird der Milbenfall als Treppenkurve dargestellt. Auf der y-Achse ist eingetragen wie viele Milben pro Tag gefallen sind, an der x-Achse ist der Messzeitraum in Tagen abzulesen. Wenn täglich gezählt wurde, dann ist die horizontale Linie der Treppenkurve 1 Tag breit. Wenn die Windel länger einlag deckt der ermittelte Wert „Milben/Tag“ den betreffenden Zeitraum ab. Bei Behandlungsbeginn habe ich täglich gezählt, auch um den postulierten Anstieg auf das 6fache zu dokumentieren. Er ist leider (!) nicht eingetreten. Auch ist der Milbenfall nach 24 Tagen Dauerbeschallung leider (!) nicht auf null gesunken. Um das zu erkennen ist kein Signifikanztest notwendig. Es genügt der Vergleich von Abb.2 mit Abb.1.
      Gruß
      Gerhard Liebig

      • Horst Schmidt | 16. Mai 2017 um 12:47 | Antworten

        Hallo Herr Liebig,

        habe ich das Diagramm jetzr richtig gelesen:
        Für Volk 8 ( Zahlenwerte bestmöglich an der Skala abgelesen):
        In den 8 Tagen vor dem Start sind in Summe 12 Milben gefallen.
        Also pro Tag 1,25 Milben (8×12). Und so ist auch der Rest der Zahlenreihe zu lesen. Z.B. vom 09.04 bis zum 12.04 sind 12 Milben gefallen, also pro Tag im Mittel 4 Milben.
        Wenn das so stimmt, dann ergibt ein t-test (Test auf unterschiedliche Mittelwerte zweier Messgruppen) eine mit 97,7%iger Sicherheit Erhöhung des Milbenfalles während der Behandlung von 2,44 Milben (im Mittel) auf 5,53 Milben (im Mittel).
        D.h. durch die Beschallung hat sich der Milbenfall mehr als verdoppelt!
        Also ist statistisch eine Wirkung zu erkennen. Wenn auch nicht im Bereich von 6fach! Zu sagen: Es hat keine Wirkung ist rein mathematisch nicht haltbar.

  15. Hallo, kann zum Killersound jetzt nichts sagen, halte es aber auch für Humbug!
    Möchte aber die Aussage von klaus zur AS Behandlung nicht unwidersprochen stehen lassen: Ich behandle meine Völker schon seit 15 Jahren mit großem Erfolg mit AS. Meist mit keinen oder geringen Verlusten. z. B. 2016 habe ich 11 Völker mit AS Behandelt und auch verlustfrei ausgewintert! Von 9 mit ApiLifeVar behandelten Ablegern sind 3 bis Dezember eingegangen gewesen!

  16. Die Wirkung des Schalls ist sicher von der Stärke abhängig.
    Im unteren Brutraum, wo die Drohnenwabe war, wird sicher nur ein
    bruchteil des Schalls angekommen sein, wenn man bedenkt das offene Zellen
    den Schall absorbieren.
    Die Versuchsvölker haben scheinbar auch sehr viel Varroa, die sich zu diesem Zeitpunkt zur Mehrzahl in der Brut aufhalten.
    Bei einräumigen Jungvölkern ist die Wirkung sicher anders.
    Die Frequenz über 14Khz hören viele Ältere nicht mehr. Kinder, Hunde, Katzen,
    Fledermäuse usw. könnten sich aber gestört fühlen.
    Ich glaube auch nicht an die 100% Varroalösung durch Lärm!

    • Hallo Reinhard,
      bei allen Völkern, auch bei den Völkern mit Dauerbeschallung war der Baurahmen im oberen Brutraum positioniert und bei Volk 8 direkt über dem Baurahmen. Die Dauerbeschallung hatte keine Wirkung auf seinen Ausbau und Bebrütung und es war auch beim Zupfen der Drohnenbrut nicht zu erkennen, dass der Abstand zum „Killer-Sound“ von Bedeutung ist. Die Milben in der oben gezupften Brut haben gelebt und hatten Nachkommen, genauso wie die Milben in der unten gezupften Brut. Der Befall der Drohnenbrut der untersuchten Völker ist mit den natürlichen Milbenfall korreliert. Die Dauerbeschallung hatte offensichtlich keinen Einfluss.
      Gruß
      Gerhard

  17. Komisch nur, dass alles was getestet wird(Mullerbrett,VarroaCatch,Biensauna) nicht funktioniert? Ist da das Sponsoring der Chemiefirmen so groß?
    Ein kritischer Imker

    • Hallo Markus du hast es erfasst. Stell dir vor es setzt sich der Varroa killer sound durch, dann kann er den Liebig Dispenser einstampfen, und das versucht er mit allen linken Mitteln zu verhindern gruss klaus

  18. Horst Schmidt | 11. Mai 2017 um 09:16 | Antworten

    Hallo Herr Liebig,

    noch eine Auffälligkeit der Zahlenkollonen:
    Es folgen imme zwei genau identische Zahlen aufeinander!
    Sorry, aber das spricht für mich für eine nicht belastbare Datensammlung. Es kann doch nicht sein, das immer an zwei Tagen in Folge genau die gleiche Anzahl an Varroen gefallen sein soll! Ich muss Ihre Datensammalung aus den genannten Gründen leider anzweifeln.

  19. Horst Schmidt | 11. Mai 2017 um 09:01 | Antworten

    Hallo Herr Liebig,

    mir ist bei Ihrer Auswertung des Milbenfalls der beiden Völker (Abbildung 2) etwas aufgefallen. Es liegen teilweise pro Volk 2 Meßwerte auf dem gleichen Punkt der Zeitachse! Bsp.: Volk 8 am 9.April. Da gibt es zwei Meßwerte: Einer bei 4 und einer bei 6 ( Man kann es nicht genau sehen, auf alle Fälle einer unter 5 und einer drüber) Wie kann das sein? Wurde an diesem Tag das Volk zweimal geprüft? Wenn das so ist, dann müsste man die Werte addieren. Warum machen Sie keinen t-test (und f-test) um die Signifikanz zu prüfen? Ich als Statiskter sage Ihnen: Die Auswertung stimmt so auf alle Fälle nicht, da Sie pro Zeitpunkt teilweise mehrere Messpunkte für eine Messgruppe angeben! Wenn wissenschaftlich, dann bitte korrekt!

    • Hallo Horst
      Es freut mich das es noch Leser gibt die nicht nur durchlesen was er da so negativ schreibt(weil er ja seinen Dispenser verkaufen will, von dem er wahrscheinlich leben muss)sondern auch in der Lage und Willens ist die Ergebnisse genau zu betrachten.Liebig hat ja schon Anfang Februar über einen Mittelmann zwei Varrogeräte kaufen lassen. Der Hersteller hat Ihm vorher Geräte zum Testen angeboten aber er hat mit den Worten „hab ich nicht nötig“ abgelehnt.Das hat sich bei einem Fachforum in Celle herausgestellt. Wenn man was ehrlich testen will kann man ja öffentlich kaufen.Dort wollte er ja schon schlecht darüber berichten habs selbst mitbekommen. Nachher stand er alleine rum keiner hat sich mit ihm beschäftig.Wie schon öfter vorgekommen.Auf jeden Fall solte man die Aussagen von Liebig nicht allzu ernst nehmen bei Ihm gehts um Geld nicht mehr um die Bienen, die spielen die zweite Rolle.Die positiven Erfahrungen von ca 6800 Imkern die das Gerät einsetzen sprechen für sich.Auch bei uns. Wir stellen komplett auf die Geräte um und werden sehr viele Ableger bilden die für die Imker nächstes Jahr sind denn es werden viele wieder Ihre Völker riskieren. Bis ein Studierter sagt in zwei Jahren das es doch gut funktioniert.Es sind doch sehr viele Jungimker unterwegs die noch keine Ahnung haben und mehr Milbenzüchter sind als Imker, die haben dann darunter zu leiden das die Milben vom Nachbarimker zu seinen sauberen Beuten- Bienen kommen. kommen.

      • Es ist spartenübergreifend üblich, Testgeräte anonym zu beziehen. Nur dadurch können „Special-Editions“ vermieden werden, wenn man das Ergebnis hinterher mit gutem Gewissen veröffentlichen möchte. Machen wir im Bereich Unterhaltungselektronik so, kenne aber auch ansonsten niemand, der anders vorgehen würde.

    • Ralf Lindlein | 13. Mai 2017 um 09:49 | Antworten

      Vielleicht hat Herr Liebig in Excel ein ungünstiges Tabellenformat eingestellt.
      Für jeden Wert (Datum) wird mMn der vorherige Wert und der neue Wert (Varroafall) angezeigt.

      Herr Liebig, können Sie bitte die Abb Nr 2 nochmal in einem anderen, übersichtlicheren Tabellenformat veröffentlichen?
      Danke

  20. Wir sind keine „Studierten“ und haben bei uns folgende Erfahrung gemacht. Wir haben einen Wanderhänger mit 40 Völkern 2016 abseits gestellt und mit dem Varroagerät als Versuch behandelt. Das Risiko war sehr hoch für uns den wenn es schiefgegangen wäre hätten wir 40 Ableger verloren.Die anderen Völker wurden wie sonst auch mit Chemie behandelt ab Mitte August 2016.Oxalsäure im Dezember. Im Frühjahr 2017 hatten wir wie sehr viele andere in ganz Europa auch erhebliche Verluste zu beklagen. 63 % der mit Ameisensäure behandelten Völker waren weg oder Tot in der Beute.
    Der Hänger war mit 37 Völkern mit sehr geringen Verluste über den Winter gekommen.Es sind sehr starke und sehr agile,gut entwickelte Völker geworden und wir konnten sehr früh beginnen Ableger zu bilden um unseren Verlust langsam wieder auszugleichen. Denn, Völker für 135-155.- EURO zu kaufen ist dieses Jahr eine teure Angelegenheit.Wir sind froh darüber mit dem Varroakiller behandelt zu haben, und nicht erst nach jahrelangen Untersuchungen und hunderten toten Völkern das Gerät zu benutzen.Durch den dreifachen Einsatz von Mitte Februar bis Ende Aprilkonnten alle Völker im FRühjahr vorbehandelt werden und dadurch hat sich das Gerät bezahlt gemacht und unser Nachbarimker konnte auch noch damit mit Erfolg behandeln. Sollte es notwendig werden kann ich im Juni-Juli über dem Honigraum nochmals aufstellen und während der Tracht den grössten Varroadruck abfangen und im August die Endbehandlung machen. Ohne Schaden am Honig oder Bienen.Wenn ich will nochmals im November oder Dezember.Die positiven Erfolge bei Grossimkern in Salzburg und Oberösterreich, jeder hat über 500 Völkern, geben uns ja recht das es in der Praxis funktioniert und das sehr gut sogar.

  21. Ach ja dann nehm ich meine Bienen eben mit in die Disco.
    Nun gut das Problem Varroa lösen zu wollen und zu experementieren ist jedenfalls wichtig und unerlässlich. Jedes Mittelchen welches per Zufall den Befall mindert als Heilmittel zu verkaufen könnte man auch mit über Wasser gehen bezeichnen. von ansätzen den Milben einen alternativen Wirt zu bieten habe ich leider noch nichts gehört, aber vieleicht kommt ja noch jemand per Zufall darauf oder findet ein Kraut welches man unter /um den Bienenstand pflanzen kann. Hören wir also nicht auf zu experementieren und hoffen zur Belustigung unser selbst weiter auf spannende Lösungsansätze

  22. Auch der Vermarkter des VKS hat heute etwas veröffentlicht[1]:

    „Ab 01.04.2017 wurden in der Allgäuer Wanderimkerei auf Sardinien 164 Völker mit dem Varroa-Killer-Sound behandelt.
    Eine Überprüfung des Befallsgrades mit der Puderzuckermethode (mit 50 g Bienen) ergab vorab bei 116 Proben mit 6 Milben, 25 Proben mit 5 Milben und 23 Proben mit 7 Milben!
    Ergebnis nach der Entnahme der Geräte am 28./29. April: 122 Proben mit 0 Milben, 38 Proben mit einer Milbe und 4 Proben mit 2 Milben.“

    Die Puderzuckermethode übersieht die in verdecklter Brut befindlichen Varroen, eine Kontrollgruppe wird nicht erwähnt.

    [1] http://www.varroa-killer-sound.com/epages/81838618.sf/de_DE/?ViewObjectPath=%2FShops%2F81838618%2FCategories%2FNews

    • Wanderimkerei aus dem Allgäu behandelt Völker in Sardinien? Hoffentlich wirkt der Sound auch gegen andere Bedrohungen…
      Über die Alpen zu wandern ist aus meiner Sicht aktuell nicht mehr vertretbar!

  23. Michael Karl | 9. Mai 2017 um 21:16 | Antworten

    Was nebenbei interessant wäre, inwieweit dieser Ultraschall für die Bienen schädlich ist. Für die Milben scheint er ja schon mal nicht schädlich zu sein, aber meine laienhafte Vorstellung wäre, dass er die Bienen an der Kommunikation hindern könnte.

    Der Webseite des Anbieters kann man zugute halten, dass sie recht ehrlich ist: Rechts oben kann man „Sprache und Währung auswählen“.

    • Hallo Michael
      Auch wir haben den Killersound in unseren Völkern getestet und unsere Bienen verfliegen sich nicht und kommen mit viel Pollen zurück. Es sind starke Völker die keine Bienen haben die die Orientierung verlieren wie macher Laie.Unsere Bienen sitzten direkt unter dem Gerät und lassen auch die Brutrahmen direkt drunter , den wenn sie stört würen dann würde die Königinn das Brutnest verlagern, oder? Brutbild ist super mit wenig Futterkranz drumrum

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*