Der Winter beginnt pünktlich und mit Frost

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Laut Wetterprognose soll es zum letzten Monatswechsel in 2014 in Deutschland nachts frostig kalt werden und in der Folgezeit die Temperatur tagsüber nur wenig über 0° C steigen. Das wird dazu führen, dass auch die zurzeit noch brütenden Völker das Brüten einstellen und 2 bis 3 Wochen später brutfrei sind. Wenn es dann immer noch kalt ist  – danach sieht es zurzeit aus; denn das sich vom Osten ausbreitende Kontinentalhoch scheint sich fest einzurichten und uns einen kalten und trockenen Dezember zu bescheren – steht ab Mitte Dezember bzw. noch vor Weihnachten die Restentmilbung durch Träufelbehandlung mit Oxalsäure an.

Vorher sollte eine Gemülldiagnose zur Abschätzung des Varroabefalls durchgeführt werden. Die Windel darf dazu auch länger als die sonst üblichen 3 Tage einliegen, damit auch in den Völkern, die bereits brutfrei sind, sich genügend Gemüll auf der Windel ansammelt. Dann können Sitz und Stärke eines Volkes anhand der Anzahl der Gemüllstreifen und ihrer Länge beurteilt werden, ohne dass das Volk geöffnet und Waben gezogen werden müssen.

Ich werde die Windel bei 20 ausgesuchten Völkern einschieben. Sie wurden erst vor kurzem geschätzt, hatten zwischen 3.000 und 14.000 Bienen und zwischen Null und 1.000 Brutzellen.

Der nächste Newsletter mit den Fotos des über 10 Tage angefallenen Gemülls dieser Völker erscheint am 10. Dezember. Dann werden auch Hinweise gegeben, worauf bei der Träufelbehandlung zu achten ist.

Über den Autor

Gerhard Liebig
Hier schreibt Dr. Gerhard Liebig. Er war 37 Jahre lang an der Landesanstalt für Bienenkunde in Stuttgart-Hohenheim angestellt und hat dort in Langzeitprojekten die Populationsdynamik von bienenwirtschaftlich wichtigen Honigtauerzeugern auf Fichte und Tanne sowie die Entwicklung von Bienenvölkern und ihres Varroabefalls untersucht.