Bienenumsatz

Bienenumsatz

Während der Brutperiode (in der Regel von März bis Oktober) ist die Entwicklung des Bienenvolkes von einem ständigen und raschen Bienenumsatz gekennzeichnet, der besonders hoch im Mai/Juni ist, wenn das Bienenvolk seine größte Stärke erreicht hat. Ein normal starkes Volk verliert dann jeden Tag etwa 2000 Bienen. Es behält dennoch seine Stärke, weil jeden Tag auch etwa 2000 Bienen schlüpfen. Während der Wachstumsphase im Frühjahr liegt der Bienenabgang niedriger als der Bienenzugang. Während der Schrumpfungsphase im Hoch- und Spätsommer ist es umgekehrt. Der Bienenumsatz beugt wahrscheinlich dem Ausbruch von Krankheiten vor. Er ist deshalb grundsätzlich positiv zu bewerten, auch wenn die mit ihm verbundene Brutleistung einen entsprechend hohen Futterverbrauch zur Folge hat. Imkerliche Maßnahmen zur Einschränkung der Bruttätigkeit senken zwar den Futterverbrauch, gefährden aber die Gesundheit des Bienenvolkes. Der Bienenumsatz wird weder von der Tracht noch durch Fütterung beeinflusst.

Gerhard Liebig

Ende 2011 ging Dr. Gerhard Liebig in den Ruhestand. Er war 37 Jahre lang an der Landesanstalt für Bienenkunde in Stuttgart-Hohenheim angestellt und hat dort in Langzeitprojekten die Populationsdynamik von bienenwirtschaftlich wichtigen Honigtauerzeugern auf Fichte und Tanne sowie die Entwicklung von Bienenvölkern und ihres Varroabefalls untersucht.

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