Auf die Futterversorgung achten

Senffeld bei den Jungvölkern

Diesen Beitrag teilen

Ein etwas verrückter Herbst geht zu Ende. Der September war relativ kühl und insgesamt deutlich kühler als im Vorjahr. Der Oktober war besonders in der Monatsmitte sehr  warm und insgesamt deutlich wärmer als im Vorjahr. Der November hat bereits zwei frostig-kalte Nächte hinter sich. Laut Wetterprognose sollen die nächsten kalten Nächte Mitte November folgen.

Die sommerliche Witterung Mitte Oktober hatte die Völker zum verstärkten Brüten angeregt. Diese Brut ist noch nicht geschlüpft. Sie muss gewärmt werden. Viele Völker unterhalten zurzeit mehr Brut als normal und verbrauchen deshalb auch relativ viel Futter.

Deshalb gilt es, die Futterversorgung der Völker im Auge zu behalten und, wenn notwendig, nach zu füttern. Das gelingt bei klein gehaltenen Fluglöchern am besten „von unten“. Dazu wird eine flache Schale (manche Grillschalen fassen 3 Liter) in den Gitterboden gestellt (möglichst weit weg vom Flugloch) und mit Sirup oder Zuckerwasser gefüllt. Es darf nichts überlaufen, auch dann nicht, wenn anschließend die unbedingt notwendige Schwimmhilfe aufgelegt wird (Korken, klein geschnittene Zweigstücke, trockenes Laub).

Normalstarke Völker leeren eine Schale mit 2 Liter Sirup innerhalb eines Tages. Während der Leerung wird eine eingeschobene Windel feucht und nass. Wenn die Windel trocken bleibt wurde bzw. wird das Futter nicht angerührt. Dann sollte die mit Sirup gefüllte Schale näher unter den Sitz der Bienentraube geschoben werden. Unter der Schale bleibt die Windel frei von Gemüll und von Milben.

Es gibt auch einen auf Youtube eingestellten Kurzfilm  „Nachfüttern von unten“:

 

Mehr Brut = mehr Milben!

Diese Gleichung gilt während der gesamten Brutperiode. Deshalb ist zu erwarten, dass viele Völker mit mehr Milben in den Winter gehen als sonst. Wenn die Behandlung mit Ameisensäure im September schlecht gewirkt hat und zu viele Milben diese Ameisensäurebehandlung überlebt haben, dann kann der Varroabefall im Oktober/November leicht die Schadensschwelle überschreiten.

Wer beobachtet weiß Bescheid. Deshalb sollte der Varroabefall auch im Spätherbst durch Gemülldiagnosen überwacht werden.

Weil Ameisen und Ohrwürmer im Spätherbst nicht mehr aktiv sind darf die Windel durchaus länger als in der warmen Jahreszeit einliegen, damit sich mehr Gemüll ansammelt und Unterschiede zwischen den Völkern besser zu erkennen sind. Dann dient das Gemüllbild auf der Windel auch dazu, Sitz und Stärke der Bienentraube zu beurteilen.

Der tägliche Milbenfall sollte im November in noch brütenden Völkern unter 5 Milben/Tag liegen. Beim Milbenzählen achte man auch auf das Auftreten heller Milbenstadien, die wie die dunklen Altmilben die für die Varroamilbe typische breitovale Form besitzen. Helle Milbenstadien im Gemüll signalisieren, dass befallene Brut geschlüpft ist und das betreffende Volk noch brütet (oder gebrütet hat).

Einige Völker stellen im Spätherbst das Brüten ohne erkennbaren äußeren Anlass ein. Andere Völker (in der Regel sind sie in der Mehrheit) tun das erst während einer Kaltwetterperiode mit frostigen Nächten, die die Königin dazu bringen, keine Eier mehr zu legen. Ob die zwei letzten Nächte genügen wird sich in 3 Wochen zeigen.

Drei Wochen nach einem solchen bzw. dem ersten Kälteeinbruch herrscht allgemeine Brutfreiheit. Wenn bzw. sobald es dann (wieder) frostig kalt ist kann eine „Restentmilbung“ erfolgen. Mit ihr soll dafür gesorgt werden, dass die Völker mit möglichst wenigen Milben überwintern, damit vor August des folgenden Jahres keine Varroabehandlung notwendig ist.

Lesen Sie auch:

Über den Autor

Gerhard Liebig
Ende 2011 ging Dr. Gerhard Liebig in den Ruhestand. Er war 37 Jahre lang an der Landesanstalt für Bienenkunde in Stuttgart-Hohenheim angestellt und hat dort in Langzeitprojekten die Populationsdynamik von bienenwirtschaftlich wichtigen Honigtauerzeugern auf Fichte und Tanne sowie die Entwicklung von Bienenvölkern und ihres Varroabefalls untersucht.

10 Kommentare zu "Auf die Futterversorgung achten"

  1. Vielen Dank für die nützliche Information.

    Was hat es mit der oberen Zarge bzw. dem Gitter zwischen den Zargen auf sich?

  2. HALLO immelieb.de HABE MEINE VÖLKER NACH DER AS & KONTROLLE * ALLE SCHUBLADEN GEZOGEN & FUTTER-ZANGE DRAUFGELASSEN FOLIE AUF DER ZANGE +BLECHHAUBE KALT EINGEPACKT! NICHT WARM!! DAMIT SIE SCHNELLER AUS DER BRUT GEHEN!? Komme ja NOCH & MACHE OS BEHANDLUNG &DA kommt EINLAGE REIN MfG R.E

  3. Hallo, das im Video sind zweizargige Völker.
    Es sieht so aus als hätten Sie ein Gitter (rot) zwischen den beiden Zargen.
    Könnten Sie das näher erklären?
    Herzlichen Dank.

  4. Hallo HERR SEGUR Habe FILM GESEHEN HAB NUR UNTEN BIENEN GESEHEN OBEN KEINE DA UNTEN FLIEGEN GITTER IST & SO KEIN ZUGANG IN DIE 2te ZARGE IST!!! GENAU SCHAUEN! Es SIND 2 ZA ABER UNTEN nur BIENEN!!! MfG R.E

    • Ja, oben sind Leerzargen, hab’s nun auch kapiert. Sorry und danke. Meine (blöde) Frage hat sich erübrigt, Danke auch dem Großbuchstaben-Rolf für den Hinweis.

      • Hallo HERR SEGUR wer hat sich noch NIE geirrt zu geben tuts fast keiner Zum Fliegen GITTER schauen Sie doch D.BIENEN Journal 11/2017 S.14-15 von BI7 (Gerhard Liebig) MfG ROLF

      • Hallo, LSegur,
        konnten Sie weitere Infos bekommen? Ich vermute die „Oben-Kalt-Methode“. Dann wäre es ein Einzarger, dem der Weg nach oben versperrt wurde. Leider kann ich nicht mehr dazu im Netz finden. Wenn Sie eine Fundstelle hätten, wäre es prima (das BienenJournal von Großbuchstaben-Rolf habe ich nicht) Beste Grüße!

        • HALLO BI7 & H.LSegur&☺ Es geht im Bericht vom 7.11.17 ums Futter& die Möglichkeit bei Not nach zu/füttern!!! Möglichkeiten & schnell was zu unternehmen Es soll dem Imker helfen Manchmal kommt man nicht auf eine Lösung & eine Einfache GUTE! ES ist ein sehrguter Bericht dargestellt mit VIDEO!! DA HÖRT MAN AM ANFANG NACH – FÜTTERN BEI 1 ZARGER VÖLKERN. GENU HÖREN&SEHEN noch mal an sehen!!!! KLAR Dargestellt wie immer sehrgute INVO VON B I 7 LIEBIG MfG Rolf

  5. Sehr Geehrter Herr Liebig
    Ich verfolge Ihre Videos schon Jahre lang , hab die selben Beutel wie Sie bin sehr zufrieden damit.
    Besonders gut gefällt mir Ihr Video passend zur Jahreszeit die Restentmilbung Top.
    Ich schneide bis zu 6 Drohnenrähmchen im Sommer mach Brutwabenableger und bei meiner Betriebsweise nehme ich den Wirtschaftsvölkern beim Abschleudern die ganze Verdeckelte Brut.
    Behandle mit Api Live Var und Restentmilbung mit OS.
    Hatten Heuer sehr gute Honigernte große Mengen.leider wieder keine Waldtracht.
    HOCHACHTUNGSVOLL
    HERMANN GASSNER Imker aus Österreich Alpenvorland Niederösterreich.

  6. Sehr geehrter Herr Liebig!
    Kann ich zum Nachfüttern auch eine Leerzarge/Flach untersetzen?
    Liebe Grüße,
    Joachim Wernstedt

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*